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Malteser Bochum

Inklusionsdienst rechzeitig beantragen

Freie Plätze im Schulbegleitdienst für Kinder mit Einschränkungen

06.07.2017

Ruhrgebiet. Eltern, die für ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen eine individuelle Begleitung für den Besuch von Schule oder Kindergarten benötigen, sollten die nötigen Maßnahmen rechtzeitig in die Wege leiten. Das rät der Malteser Schulbegleitdienst.
„Manchmal zieht sich das Antragsverfahren über viele Wochen hin“, weiß Leiterin Marion Baldus aus Erfahrung: „Das liegt nicht unbedingt an den zuständigen Kostenträgern, die über die Bewilligung der Anträge entscheiden. Oft gibt es lange Wartezeiten für einen Termin bei Fachärzten und anderen Fachleuten“ so Baldus.
Auch danach könne es noch lange dauern, bis das notwendige Gutachten endlich im Briefkasten liege, gibt Baldus zu bedenken.
Wer zu Beginn des neuen Schuljahres sein Kind durch einen Inklusionshelfer in der Schule begleiten lassen möchte, sollte sich also sputen. Eltern, die für ihre Kinder bereits einen bewilligten Antrag vorliegen haben, können die freien Plätze im Inklusionsdienst bei den Maltesern ab dem kommenden Schuljahr auch in Anspruch nehmen. Gleichzeitig weist Baldus darauf hin, dass ein Antrag grundsätzlich jederzeit gestellt werden kann, nicht nur zu Schuljahresbeginn.
Alle Kinder haben das Recht, gemeinsam die Schule zu besuchen – das gilt nach der UN- Behindertenrechtskonvention seit 2009 auch für Kinder mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen in Deutschland. Wenn ein Kind dabei eine besondere Unterstützung benötigt, hat es unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine individuelle Schul- oder Kindergartenbegleitung. Um das theoretische Recht auf individuelle Begleitung in die Praxis umzusetzen, müssen Eltern oft viel Vorarbeit leisten: Die Verantwortlichen der Schule oder Bildungseinrichtung müssen kontaktiert, Fachgutachten eingeholt und Anträge auf Kostenübernahme gestellt werden.
Zuständiger Kostenträger ist bei körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen meist das zuständige Sozialamt, bei bestehender oder drohender seelischer Behinderung das örtliche Jugendamt. Der Malteser Schulbegleitdienst bietet Eltern Beratung und Unterstützung bei der Beantragung der Kostenübernahme an.
Die Inklusionshelfer können von den Eltern selbst gesucht werden oder sie vertrauen auf die professionelle Personalsuche der Malteser. Für die Einarbeitung und regelmäßige Begleitung der Helfer, die Abrechnung mit dem Kostenträger und die Vermittlung bei Konflikten stehen die pädagogischen Mitarbeiter der Malteser in jedem Fall zur Seite. „Wegen der besonderen Rolle des Schulbegleiters im Spannungsfeld zwischen Kind, Lehrkräften und Eltern entstehen nicht selten konfliktträchtige Situationen“, sagt Baldus. Bei Bedarf werden vom Malteser Schulbegleitdienst Gesprächsrunden mit allen Beteiligten organisiert, damit gemeinsam eine gute Lösung gefunden werden kann.

Weitere Informationen und Beratungsangebote finden Sie hier.

 

 

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